Getreide und Sämereien

 

Getreide

 

Den größte Teil der natürlichen Nahrung von Hamstern und Rennmäusen machen verschiedene Sämereien aus. Eine gute Körnermischung ist daher die optimale Grundlage für die Ernährung unserer Lieblinge.
Hauptbestandteil der Körnermischung mit etwa 70% sollten mehlhaltige Samen sein. Ölhaltige Saaten dürfen maximal 30% ausmachen, da die Nager sonst schnell zu dick werden. Dieses bewährte Konzept habe ich teilweise von http://www.exotische-nager.de übernommen.
Wichtig ist, dass der Großteil des Futter aus kleinen Saaten (wie Hirse, Kanariensaat, Grassamen, Negersaat...) besteht. Diese bieten den Tieren eine Beschäftigung. Größere Saaten und Getreide sollten nur Ergänzung sein.
 
Einteilung der Saaten

mehlhaltig ölhaltig
Kanariensaat / Spitzsaat
Negersaat
Hafer
Rübsen
Hirse
Raps
Buchweizen Leinsaat
Weizen
Hanf
Quinoa Zichorie
Grassamen Sonnenblumenkerne
Gerste Sesam
Roggen Kürbiskerne
Mais Soja
Dinkel Nüsse
Grünkern Kardi
Dari, Milo, Sorghum, Mohrenhirse, Durra  
 
Zur Zeit fütter ich folgende Grundmischung für die Rennmäuse:

20 % Hirse
10 % Kanariensaat
10 % Grassamen
10 % Vollkornflocken
5 % Weizen
5 % Negersaat
5 % Kardi
10 % Trockengemuese: Moehren, Erbsen, rote Beete
15 % getrocknete Kraeutermischung: Brennessel, Brombeer, Fenchel, Grünhafer, Haselmußblätter, Hirtentäschelkraut, Kamillenkraut, Löwenzahnwurzel mit Kraut, Pfefferminz, Sauerampfer, Sellerie, Petersilie, Basilikum, Malvenblätter, Vogelmiere, Spitzwegerich
5 % Johannisbrot
5 % Katzentrockenfutter

Dazu Kuerbis- und Sonnenblumenkerne aus der Hand.

Bei den Hamstern tausche ich die Kräuter durch fetthaltige Samen und einen höheren Anteil an Katzentrockenfutter oder getrockneten Garnelen aus.

Wichtig ist bei selbstgemischtem Futter auch die Vitamin D Versorgung sicherzustellen. Das kann man indem man den Tieren ein Freigehege gibt, wo sie Sonne tanken koennen oder mit Spektrumlampen aus dem Terrarienfachhandel. Aber auch Lebendfutter und Katzentrockenfutter enthalten Vitamin D.

 

Beschreibung der Saaten

 
Kanariensaat
Kanariensaat besteht aus länglichen spitzen Grassamen mit einer glatten glänzenden Oberfläche. Sie wird deshalb auch Glanz- oder Sitzsaat genannt.
Kanariensaat ist eine sehr kohlenhydratreiche Sämerei (50%) und hat mit 12-16% einen hohen Gehalt an Rohprotein und einen geringen Fettgehalt 5-7%. Sie kann auch als Keimfutter verwendet werden.
 
Hafer
Hafer ist eine zur Familie der Gräser gehörende Getreideart. Er weist verglichen mit anderen Getreidearten den größten Fettgehalt (ca 7%) und höchsten Mineralstoffgehalt (u.a. Magnesium, Eisen, Zink und Kalzium) auf. An Vitaminen liefert er Vitamin B1 und Folsäure. Hafer ist das proteinreichste Getreide (mit ca 12%) wobei das Hafereiweiss eine sehr hohe biologische Wertigkeit hat.
Die Kohlenhyrate sind besonders leicht verdaulich.
 
Hirse
Fütterbare Hirsesorten sind u.A. Kolbenhirse, Japanhirse, Silberhirse, Dakotahirse, Senegalhirse, Platahirse und Mannahirse.
Neben dem Hauptinhaltsstoff, den Kohlenhydraten (knapp 70%), sind 10 % Eiweiß enthalten. Die biologische Wertigkeit des Eiweißes ist vergleichbar mit dem aus Reis oder Gerste. Mit 4 % Öl-Anteil ist Hirse für ein Getreide relativ fettreich. Hirse enthält Vitamin E, A und verschiedene B-Vitamine sowie Niactin. Es liegt im Vitamingehalt im Durchschnitt aller Getreidearten.
 
Buchweizen
Buchweizen hat trotz seines Namens wenig mit Weizen zu tun. Er ist kein Getreide sondern ein Knöterichgewächs wie Rhabarber oder Sauerampfer. Er kann sich aber im Hinblick auf seinen Nährstoffgehalt durchaus mit echten Getreide messen. In Farbe und Form erinnern die kleinen nussig schmeckenden Früchte an Bucheckern, wovon sich auch ihr Name ableitet. Die hellgelben bis grünlichen Körnchen sind reich an B-Vitaminen, Vitamin E, Kalium, Magnesium, Kalzium, Eisen und Phosphor. Vor der Verfütterung empfielt es sich die geschälten Körner unter heißem fließendem Wasser auszuspülen und so den roten Farbstoff auszuwaschen.
 
Weizen
Weizen zählt zur Gattung der Süßgräser. Er hat lange kräftige Halme und Ähren ohne Grannen. Seine Körner bestehen zu 70% aus Kohlenhydraten, enthalten 11 % Proteine und nur 2 % Fett. Sie sind reich an Vitamin B1, B2, B6, Karotin, Magnesium, Kalium, Magnesium, und Kieselsäure.
 
Quinoa
Quinoa wir auch als Reismelde oder Perureis bezeichnet.
Sie gehört zu der botanischen Familie der Gänsefußgewächse, wird aber als Pseudogetreide bezeichnet, denn nicht nur ihr Aussehen, sondern auch ihre Zusammensetzung und ähnelt dem Getreide. Sie ist ein guter Stärkelieferant, besitzt einen sehr hohen Proteingehalt und zeichnet sich durch einen besonders hohen Gehalt an essentiellen Aminosäuren aus. Außergewöhnlich hoch ist zudem der Gehalt an Eisen und Zink, Calcium und Phosphor..
Vor der Verfütterung müssen die Körner unter fließendem heißem Wasser gewaschen werden, um die in der Fruchtschale enthaltenen Bitterstoffe (Sapinine) hinauszuspülen.
 
Grassamen
Diese Samen macht ihr Proteingehalt (6 %), der geringe Fettgehalt (nur 2 %) und ihr hohen Kohlehydratanteil zu einem geeigneten Nagerfutter.
Aber Vorsicht! Viele für den Rasen bestimmte Samen sind chemisch behandelt, z.B. gegen Pilzbefall. Nur Grassamen, die als Futtermittel ausgeschrieben sind, sollten verwendet werden.
Oder man pflückt die Gräser selbst. Essbar sind eigentlich alle Gräser, die man auf Wiesen finden kann. Wilder Roggen, wilder Hafer, Knaulgras, wolliges Honiggras, Raygras und Rispengras... Ihr solltet darauf achten, dass die Gräser nicht direkt an einer stark befahrenen Straße stehen. Sind sie erstmal gepflückt, brauchen sie zuhause nur noch gründlich abgewaschen und gut erreichbar im Käfig oder im Terrarium angebracht werden.
 
Gerste
Die Gerste ist eine der wichtigsten und ältesten Kulturpflanzen. Ihr Halm trägt lange kräftige Grannen, die Ähren ähneln denen von Roggen.
Mit 2 % Fett ist die Gerste relativ fettarm, ihr Proteingehalt beträgt 10 %, ihr Kohlenhydratgehalt 70 %. An Mineralstoffen sind vor allem Calcium, Eisen und Phosphor enthalten, an Vitaminen Niacin, B1, B2 und E.
 
Roggen
Roggen zählt zur Gattung der Süßgräser. Seine langen dünnen Halme bilden eine vierkantige Ähre mit harten Grannen aus.
Das lange grünliche Roggenkorn enthält weniger Eiweiß als anderes Getreide (8%), aber auch wenig Fett (2%). Im Hinblick auf Vitamine und Mineralstoffe sind die Unterschiede zu den übrigen Getreidesorten eher gering. Roggen ist ein guter Calcium- und Eisenlieferant.
 
Mais
Mais gehört zur Gattung er Süßgräser. Die seitlich an den Stängeln sitzenden Kolben sind von Hüllblättern umgeben und haben an der Spitze einen Büschel. Er enthält wie andere Getreidearten vorwiegend Kohlenhydrate (70%), kann jedoch anders als die anderen Getreidesorten, nicht mit hochwertigem Eiweiß aufwarten, das zudem einen geringen Anteil an den beiden essentiellen Aminosäuren Lysin und Tryptophan hat und daher in dieser Hinsicht von minderwertiger Qualität für die tierische Ernährung ist. Da Mais über einen hohen Energiegehalt in Form von Fett (4 %) und einen hohen Zuckergehalt verfügt, gilt er als Dickmacher.
Die leuchtend gelben Zuckermais-Kolben haben im Spätsommer Saison.
 
Dinkel und Grünkern
Dinkel ist die – von Zuchtmaßnahmen verschont gebliebene – Urform des Weizens. Die unreif geernteten und gedörrten Körner heißen Grünkern.
In Bezug auf seinen Nährstoffgehalt bewegt sich Dinkel, verglichen mit anderen Getreiden, im guten Mittelfeld – 13 % Rohprotein, 70 % Kohlenhydrate, 3 % Fett. Bei den Vitaminen ist der Niacingehalt hervorzuheben, bei den Mineralstoffen Kalium.
 
Dari und Milo
Bei Dari und Milo handelt es sich um Samen der Sorghum-Hirse. Sie gehören somit zur Familie der Süßgräser. Die Samen sind mit 70% sehr kohlenhydratreich und enthalten 10% Eiweiß. Die ca. 5 % Fett sind jedoch wenig hochwertig.
 
Negersaat

Negersaat wird auch Nigersamen genannt. Sie gehört zu den ölhaltigen Saaten, denn ihr Fettgehalt liegt bei 40% und der Proteingehalt beträgt etwa 18%. Mehr als zwei Prozent der Futtermischung sollte Negersaat nicht ausmachen. In zu großen Mengen führt sie zu Durchfall.

 
Rübsen

Rübsen sind sehr energie- und fettreich (40 %). Er sollte nur in Maßen gegeben werden, da die Tiere sonst schnell verfetten. Außerdem enthält er verschiedene Glykoside, die die Gesundheit beeinträchtigen können. Günstig wirkt sich der Phosphor-, Kalium- und Kalziumgehalt und der relativ hohe Proteingehalt (25 %) aus.

 
Leinsaat

Leinsaat gehört mit ihrem Fettgehalt von 35 Prozent zu den Ölsämereien. Sie enthält die Vitamine B1, B2, E, Nicotinsäure, Kieselsäure, Eisen, viele ungesättigte Fettsäuren und schwefelhaltige Aminosäuren; jedoch auch viel Fett und Blausäureglykoside, deswegen darf Leinsamen nur in geringen Maßen verfüttert werden. Sie sollte maximal 2% der Körnermischung ausmachen. Die darin enthaltenen Ballast- und Schleimstoffe wirken sich positiv auf die Darmfunktion aus.

 
Hanf
Eine weitere Ölsaat, die in der Nagerernährung eine Rolle spielt, ist Hanf (Cannabis sativa). Ihr Fettgehalt liegt bei etwa 30 Prozent, wobei ein Großteil ungesättigte Fettsäuren sind. Hanfsamen enthalten 20% Rohprotein, 20 % Kohlenhydrate und sind reich an Calcium und Phosphor.
Wie für alle anderen Ölsaaten gilt, dass davon nur sehr wenig gefüttert werden sollte.
 
Sonnenblumenkerne
Sonnenblume gehören zur Familie der Korbblütler. Sie Pflanzen tragen großen Blütenkörbchen, die goldgelbe Strahlenblüten besitzen.
Die Samen der Sonnenblume bilden eine reiche Quelle für Eiweiße (ca. 24%) und Fett (bis 40%), das viele nützliche mehrfachungesättigte Fettsäuren enthält. Die Sonnenblumenkerne sind reich an Vitamin E (ca. 30 mg in 100 g) und anderen fettlöslichen Vitaminen, wie z.B. Vitamin A und D. Außerdem enthalten sie die wichtigen Elemente wie Magnesium, Eisen, Calcium, Kalium und Folsäure.
Durch ihren hohen Fettgehalt führt sie in regelmäßigen Gaben zum Verfetten der Tiere. Deshalb dürfen sie nur einen geringen Teil des Futters ausmachen.
 
Sesam

Sesam gehört zur kleinen Familie der Pedaliaceae. Die Pflanze hat lange, schmale Blätter und trägt weiße bis blassrosa Glockenblüten. Sesamsamen enthalten sehr viel Protein, gut doppelt soviel Calcium wie Käse und sind reich an Eisen, Calcium, Magnesium und den Vitaminen E, B1, B2, Provitamin A . Der Fettgehalt beträgt ca. 50%.

 
Kürbiskerne
Kürbiskerne sind sehr fetthaltig, sie enthalten etwa 40% Öl, was überwiegend aus ungesättigten Fettsäuren besteht. Ihr Proteingehalt ist ca. 30-40%, wobei sie haben die höchste Konzentration an Eisen als alle andere Saaten. Weiterhin sie enthalten Vitamine E, C und A.
 
Soja
Soja gehören zur Gattung Glycine. Ihre eiförmige Frucht reift in einer Hülse. Sojanüsse enthalten 35 % hochwertiges Eiweiß - ein Kg Sojabohnen enthält genauso viel Eiweiß wie 2,50 kg Rindfleisch oder 7,50 l Kuhmilch. Ihr Fettgehalt beträgt etwa 20 %. Sojabohnen sie sind reich an Phosphor, Eisen, Magnesium, Kalium, Calcium und den Vitaminen A, B1, B2, B3 und E.
 
Erdnüsse

Die Erdnuss gehört zu den Hülsenfrüchten. In ihrer Zusammensetzung ist sie allerdings den Nüssen sehr ähnlich. Sie hat einen Fettgehalt von etwa 50 %. Wie ihre Verwandten die Hülsenfrüchte, besteht sie zu mehr als 25 % aus Eiweiß und enthält Kalzium, Magnesium, Kalium und Phosphor.

 
Haselnüsse
Die Hasel ist ein Birkengewächs. Ihre Nüsse haben einen hohen Fettgehalt von 65% und einen Proteingehalt von 15 %
 
Kardi
Kardi sind die Samen der Gemüse-Artischocke (Cynara cardunculus), die zu den Korbbluetlern gehoert. Sie aehneln vom Aussehen Sonnenblumenkernen, sind mit ihren ca. 30% fettgehalt aber etwas energieärmer. Cardy enthält knapp 20% Rohprotein, viel Eisen für Zellaufbau und Blutbildung sowie viel Calcium für den Knochenaufbau.

 


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