Laufräder

 

 

In der Natur legen Rennmäuse und Zwerghamster täglich viele Kilometer zurück. Selbst im geräumigsten Käfig und mit täglich Auslauf können wir das unseren Tieren nicht bieten. In einem Laufrad nehmen sie von sich aus die Bewegung, die sie brauchen, und entscheiden selbst, wenn sie genug haben.
Aber nicht jedes Laufrad, was es im Handel gibt, ist auch gut für unsere Tiere. In manchen Rädern können sich die Tiere schwere Verletzungen zufügen, wie z.B. abgerissene Schänze, Haltungsschäden oder gar Genickbrüche.
Das Rad muss groß genug sein!
Als Faustregel gilt, dass der Durchmesser des Rades mindestens so gross wie das 1,5- Fach der Körperlänge muss. Dass das Rad für einen Roborowski-Zwerghamster muss mindestens 15 cm, das für mongolische Rennmäuse mindestens 20 cm und das für persische Rennmäuse mindestens 25 cm Durchmesser haben. Größere Räder als die Minimalangaben sind natürlich besser.
Ist das Laufrad zu klein, müssen die Tiere ihren Rücken unnatürlich ins Hohlkreuz biegen und können auf Dauer bleibende Rückenschäden davontragen.
Das Rad sollte auf keinen Fall offene Sprossen haben. Die Tiere können in voller Fahrt abrutschen und sich die Beinchen brechen. Ausserdem macht es die Pfoetchen wund, wenn die Kleinen auf den dünnen Sprossen laufen muessen. Falls ihr ein normales Metallrad gekauft habt, koennt ihr es nachträglich zu einer geschlossenen Lauffläche umbauen. Schneidet dafür Streifen aus Pappe oder Jeansstoff aus und fädelt das durch die Sprossen - immer abwechselnd nach unten und oben durchstecken. Auch mehrere Lagen Klopapier tun es, man muss sie nur öfter austauschen.
Es gibt aber auch Lafräder, die werden schon gebrauchsfertig mit einem Juteband geliefert.
Die Verletzungsgefahr wird zusätzlich minimiert, wenn der vordere Ständer des Rades fehlt oder es ohne Ständer direkt am Käfig befestig wird. Ausserdem ist es ideal, wenn die Rückseite des Rades komplett geschlossen ist und keine Mittelstange vorhanden ist.
Ich kann euch sehr die Laufräder der marke Easyrun empfehlen, die es auch in verschiedenen Größen bei Zooplus zu kaufen gibt.
Plastikräder gehören nicht in den den Rennmauskäfig!!! Sie werden angenagt. Für Hamster mit wenig Nagetrieb sind Plastikräder unter Umständen okay.
 

Forschungsergebnisse zum Thema Laufrad:

Untersuchungen (Collier & Leshner, 1967) ergaben, dass Tiere als Ausgleich im Laufrad laufen. Sie liefen nur darin, wenn sie durch das Futter mehr Nahrung aufnahmen als sie verbrauchen konnten. Ein Laufrad verhindert also fette träge Tiere und schlanke Tiere leben bekanntlich länger.

 
Große Laufräder wurden kleinen vorgezogen, ebenso liefen die Versuchstier lieber in Rädern mit geschlossener Lauffläche (vgl. Mrosovsk, Salomon, Vrang, 1998).
 
Tiere, denen ein Laufrad angeboten wird, zeigen deutlich weniger Verhaltensauffälligkeiten (wie z.B. Gitternagen)(vgl. von Tafers & Heitenried, 2003).
 
Laufräder machen hingegen landläufigen Meinungen nicht süchtig. Suchtverhalten konnte nicht nachgewiesen werden. Die Hamster passten die Nutzung ihrer jeweiligen Lebenslage an. Sie benutzen es nichtzwanghaft. (vgl. von Tafers & Heitenried, 2003)
 
Laufradaktivität ist kein sterotypes Verhalten, also eine krankhafte Widerholung einer Handlung ohne Funktion. Im Gegenteil: Laufräder können stereotypes Verhalten sogar vermeiden. (vgl. Sherwin, 1998)
 
Einen interessanten Artikel zum Thema findet ihr in der Rodentia Nr.14 von Juli/August 2003.
 
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