Vergesellschaftung |
|
Foto von CloClo |
| Vorweg: Vergesellschaftungen bedeuten für die Tiere großen Stress und das Risko, dass eins oder mehrere Tiere dabei verletzt werden oder sogar sterben, besteht immer. Deshalb vergesellschaftet eure Tiere nur, wenn es zwingend nötig ist, also z.B. wenn nach Tod oder Streitigkeiten ein einzelnes Tier zurückbleibt oder für die Zucht. Ansonsten solltet ihr an einer bestehenden, gut funktionierenden Gruppe nichts ändern und auf keinen Fall versuchen ganze Gruppen zusammenzubringen. Einzelintegrationen oder 1-mit-1-Vergesellschaftungen sind am erfolgreichsten. |
| Rennmäuse nehmen ihre Welt sehr intesiv am Geruch wahr. Ihre Nase entscheidet wer Freund und wer Feind ist. Jungtiere unter 8 Wochen haben noch keinen intensiven Eigengeruch und werden deshalb leichter von fremden Artgenossen akzeptiert. Es ist also relativ einfach Jungtiere miteinander oder Jungtiere mit einem älteren Tier zusammenzubringen. |
Trenngitter |
Gut bewährt hat sich bei mir die Trenngittermethode. |
Wenn der Käfig mit Streu, Nistmaterial und Wasserflasche versehen ist und das Trenngitter fest installiert ist, könnt ihr mit der Vergesellschaftung beginnen. Schlafhäuschen und Versteckmöglichkeiten solltet ihr weglassen. |
| Sollten sich die Mäuse gut verstehen, bleiben sie für mindestens 3 Tage in dem kleinen Vergesellschaftungskäfig. Am Anfang schlafen sie wahrscheinlich noch in verschiedenen Ecken und es gibt auch immer wieder ein paar Rangeleien. Aber irgendwann werdet ihr sie in einem gemeinsamen Nest kuscheln sehen. |
| Bald können sie in den großen Käfig oder das Aquarium umziehen, was ihr dauerhaftes zu Hause werden wird. Dafür darf es aber nicht mehr nach Revier der alteingesessenen Maus riechen. Ihr müsst also alles frisch machen. Alte Einstreu raus, alles auswischen und alles Spielzeug gut abwaschen. Ich verwende dafuer Wasser mit einem Spritzer Geschirrspülmittel und ein paar Spritzern Teebaumöl. Wenn es fertig eingerichtet ist, können die Mäuse einziehen. Sie werden vielleicht auch hier wieder die Rangordnung auskämpfen. Falls es zu brutal zugeht, müssen sie wieder zurück in den Trenngitterkäfig und das Spielchen von vorn beginnen. |
| Nur nicht aufgeben! Es braucht manchmal viel Geduld. Ich hatte schon Tiere, die haben sich erbittert 3 Wochen durch das Gitter gebissen und waren dann aber bis an ihr Lebensende unzertrennliche Freunde. Bei anderen war das Trenngitter gar nicht nötig, sie haben sich auf den ersten Blick ineinander verliebt und einmal musste ich aufgeben. Eine Vergesellschaftung war bei diesen Mäusen nicht möglich. Rennmäuse haben eben auch ihren eigenen Charakter und wie wir Menschen nicht jeden mögen, so mögen sie auch nicht unbedingt den Partner, den man für sie ausgesucht hat. Ich wünsche euch auf jeden fall viel Glück für die Vergesellschaftung. |